Presse 25.09.2014 (1)

erschienen in "Die Glocke"

--- Konzept erforderlich ---
Gesamtschule zunächst auf Wachstumskurs



Nicht auf die lange Bank schieben will der Schulausschuss das Thema Schulentwicklungsplanung. Die Gründung
der Gesamtschule ist ein Faktor , der zu wesentlichen Veränderungen führt. Bilder: Wassum


Rheda-Wiedenbrück(kaw). Eine Gesamtschule ist neu gegründet worden, die zwei bestehenden Haupt- und eine von zwei Realschulen werden auslaufen: Rheda-Wiedenbrücks Schullandschaft unterzieht sich einem extremen Wandel. Das wirft mit Blick auf die Zukunft drängende Fragen auf. Ein Konzept zur Schulentwicklungsplanung soll her. Die Stadt hat nun vom Schulausschuss den Auftrag erhalten, die Vergabe dieser Aufgabe an ein externes Büro vorzubereiten.

So ist, wie aus dem Rathaus zu erfahren war,am Dienstag in nicht öffentlicher Beratung im Ausschuss entschieden worden. Zuvor hatte Eberhard Greufe, Städtischer Leitender Rechtsdirektor , in öffentlicher Sitzung die derzeitigen Prognosen skizziert. Ab 2017 sei mit deutlich zurückgehenden Schülerzahlen zu rechnen. Für die Osterrath-Realschule (ORS) könnte das bedeuten, dass sie womöglich nur noch zweizügig wäre, laut Greufe „eine interessante Fragestellung, die man beleuchten sollte“.

Die Gesamtschule wiederum, die zum Schuljahr 2013/2014 mit insgesamt acht Zügen (fünf am Standort Rheda und drei in Wiedenbrück) an den Start gegangen ist, droht nach Auskunft der Verwaltung gemäß den jetzigen Voraussagen, zeitweise größer zu werden als von der Bezirksregierung genehmigt. So seien laut Verwaltungsvorlage zur Ausschusssitzung auch darüber Überlegungen anzustellen, ob zwei eigenständige Gesamtschulen zu bilden seien. Schon zum Schuljahr 2014/2015 sind statt zuvor acht Eingangsklassen (209 Schüler) neun Eingangsklassen (vier in Wiedenbrück) mit 243 Schülern eingerichtet worden. Zudem sei über den Standort und die Organisation der Oberstufe nachzudenken: Erste Oberstufenklassen wird es an der Gesamtschule 2019/2020 geben.

Die Vorhersagen, die die Verwaltung auf Grundlage der Übergangsquoten (Wechsel von Grundschülern auf die weiterführende Schulen) der vorigen zwei Unterrichtsjahre bis 2023 anstellt, gehen davon aus, dass 2015 und 2016 zwei „vergleichsweise starke Jahrgänge“ auf die weiterführenden Schulen wechseln. Es wird mit je 22 Zügen gerechnet. Ab 2017 werden 16 bis 17 Züge erwartet – ein Niveau, das voraussichtlich bis 2023 stabil bleibe. Für die Gesamtschule werden in Rheda fünf bis sechs Eingangsklassen angenommen, ab 2017 vier. Für Wiedenbrück geht die Verwaltung von einer Vier - bis Fünfzügigkeit bis 2018 aus, ab da von drei bis vier Zügen.

Die ORS könnte bis 2016 drei Eingangsklassen bilden, ab 2017 noch zwei. Das Einstein-Gymnasium wäre bis 2016 fünf- und ab 2017 vierzügig. Fürs Ratsgymnasium wird mit durchgängig drei Zügen gerechnet. Nur 2015 werden vier Eingangsklassen vermutet. Die Ketteler -, und Matthias-Claudius-Schule sowie die Ernst-Barlach-Realschule werden bis in den Sommer 2018 existieren.


Auslaufende Schulen an Lessingstraße vereinen?


Endstation: Die  EBR
 in  Rheda läuft im
Sommer 2018 aus.

Rheda-Wiedenbrück (ng). Vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Hauptschulen sowie der Ernst-Barlach-Realschule (EBR) gibt es Überlegungen, die drei im Sommer 2018 auslaufenden Bildungseinrichtungen räumlich zusammenzulegen. Mit der Fragestellung hat sich nach Informationen der „Glocke“ bereits der nicht öffentlich tagende Arbeitskreis Gesamtschule beschäftigt. Er trifft sich das nächste Mal am Dienstag, 21. Oktober. Verschiedene Varianten seien im Gespräch, bestätigte Bürgermeister Theo Mettenborg auf Nachfrage der „Glocke“. Zumindest das Zusammengehen der Ketteler- und der Matthias-Claudius-Hauptschule (MCS) sei mit Blick auf die stetig sinkenden Schülerzahlen zu beleuchten. Vor dem Hintergrund, dass MCS-Leiter Ulrich Backer demnächst in den Ruhestand gehe, mache es zusätzlich Sinn, sich über die Zusammenlegung der beiden Hauptschulen Gedanken zu machen.

Nach „Glocke“-Informationen könnte es am Ende sogar auf eine Zusammenführung der drei 2018 schließenden Schulen am Standort Lessingstraße hinauslaufen. Das Gebäude der EBR sei groß genug, um auch die noch verbleibenden Klassen der Hauptschulen zu beherbergen, hieß es in der Arbeitskreissitzung. Für diese Variante könnte auch die Zusicherung Mettenborgs sprechen, dass die Rhedaer Realschule bis zum Schluss in ihrem angestammten Gebäude bleiben soll. Prinzipiell über eine Zusammenlegung der auslaufenden Bildungseinrichtungen nachzudenken, sei richtig, sagte der Bürgermeister. „Zwar gilt unser Grundsatz, möglichst lange kurze Wege zu gewährleisten, doch irgendwann werden die auslaufenden Schulen so klein, dass auch aus finanziellen Gesichtspunkten über eine neue Raumzuteilung nachgedacht werden muss.“

Auch die Option, eigenständige Gesamtschulen in Rheda und Wiedenbrück einzurichten, war Thema in der Arbeitsgruppe. Eine zu große Gesamtschule mit zwei Standorten werde die Bezirksregierung womöglich nicht dauerhaft zulassen, so die Befürchtung. Von dem in Auftrag zu gebenden Gutachten werden Vorschläge hierzu erwartet.


Flaschel glaubt nicht an Zweizügigkeit

  Rheda-Wiedenbrück (ng). Als „sehr gewagt“ bezeichnet Detlef Flaschel (Bild), Leiter der Osterrath-Realschule (ORS) in Wiedenbrück, die Prognose der Stadtverwaltung zur Entwicklung der Schülerzahlen an den weiterführenden Bildungseinrichtungen.

   Der erwartete Schülerrückgang werde vor allem zu Lasten der kleineren Schulen einkakuliert, sagt Flaschel. „Ich glaube nicht, dass die ORS in Zukunft nur noch zwei Klassen pro Jahrgang haben wird.“ Doch selbst wenn es so kommen sollte: „Auch dann wäre der Fortbestand unserer Schule noch rechtlich gesichert. Es gibt zahlreiche Beispiele im Land für bestens funktionierende zweizügige Realschulen“, sagte Flaschel im „Glocke“-Gespräch.

   Abgesehen von den beiden Gymnasien ist die ORS die einzige weiterführende Schule im Stadtgebiet, die nach Gründung der Gesamtschule (im Sommer 2013) nicht ausläuft. Die beiden Hauptschulen sowie die Rhedaer Realschule bilden bereits keine fünften Jahrgänge mehr. Die drei Einrichtungen werden im Sommer 2018 ihre letzten Abschlussklassen verabschieden und dann geschlossen. So sieht es ein Ratsbeschluss vor.

 

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