Labor dient Schülern als Filmwerkstatt

erschienen in "Die Glocke", 03.10.2017


Wie einfache Bildverarbeitung funktioniert, zeigten die Schülerinnen (vorne, v. 1.) Laurien, Lilli und Laura (hinten, v. 1.) Bürgermeister Theo Mettenborg, ZDI-Kongressmitglied Gregor Frankenstein, Pro-Wirtschaft-Geschäftsführer Albrecht Pförtner, Gesamtschulleiterin Christiane Kociszewska, den Mitschülern Phil und Alend sowie den beiden Lehrern Sascha Müller und Josipa Kovac. Die Demonstration fand im Rahmen der Einweihungsfeier des ZDI-Digitallabors an der städtischen Gesamtschule statt. [Bild: Bartels]

- Landesinitiative -

   Rheda-Wiedenbrück (mfb). Wie ein Filmstudio mutet der neu eingerichtete Raum der städtischen Gesamtschule an. Mehr als ein Dutzend iPads, mehrere hochwertige Computer und zwei professionelle Kameras samt Beleuchtung warten auf ihren Einsatz. Dazu gesellen sich ein paar handwerkliche Stationen mit Legosteinen oder Knetmasse. Jüngst wurde das ZDl-Digitallabor im Rahmen einer Feier eröffnet.

   ZDI steht für „Zukunft durch Innovation“. Die gleichnamige Initiative wurde vom NRW-Wissenschaftsministerium ins Leben gerufen. „Unser Ziel ist es, Schüler für die sogenannten Mint-Berufe zu begeistern, also für Mathematik Informatik, Naturwissenschaft und Technik“, erklärt Gregor Frankenstein. Er ist Mitglied im ZDI-Kongress und verantwortlich für die Einrichtung von Schülerlaboren.

   44 Netzwerke mit insgesamt 3700 lokalen Partnern, größtenteils Unternehmen, stehen mit dem ZDI in Verbindung. Die Netzwerke beraten bei der Auswahl der Ausstattung und finanzieren die Labore mit. In Rheda-Wiedenbrück steuerten sie laut Frankenstein die Hälfte des Budgets in Höhe von 40 000 Euro bei, die andere Hälfte finanzierte der Schulträger. „Durch die unterschiedlichen lokalen Akteure gleicht keines der bislang 55 Labore dem anderen“, betont Frankenstein. Nutzen könnten die wissenschaftlichen Räumlichkeiten nach Anmeldung auch Klassen anderer Bildungseinrichtungen.

   „In einem guten Film wird nichts dem Zufall überlassen“, weiß Sascha Müller, der die Film-AG an der Rheda-Wiedenbrücker Gesamtschule leitet. Wie dieses Medium funktioniert, soll den Jugendlichen künftig in dem Labor vermittelt werden. Auf dem Unterrichtsplan stehen deswegen auch Einführungen in die Techniken von Ton, Schnitt, Kamera und Licht. Ziel sei das Produzieren eigener, kurzer Lernfilme. „Dabei dürfen die Schüler auch scheitern, denn dadurch lernen sie“, fügt der Lehrer hinzu.

   Um sich möglichst breit aufzustellen, will man an der Gesamtschule auch auf Anregungen von externen Experten setzen. So sollen Filmschaffende und Universitäten in das Lehrprogramm des Digitallabors integriert werden und Workshops durchführen. „Am wichtigsten ist jedoch .nach wie vor die Kompetenz der Lehrer - und die ist hier gegeben“, lobt Bürgermeister Theo Mettenborg.

   Der mit dem Labor verbundene Begriff „Zukunft durch Innovation“ sei durchaus wörtlich zu nehmen, betont Albrecht Pförtner, Geschäftsführer von Pro-Wirtschaft GT: „In Gütersloh gibt es 80.000 technische Arbeitsplätze. Die sollen auch in Zukunft besetzt sein.“

 

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