Gesamtschüler schenken Zeit und Aufmerksamkeit

erschienen in "Die Glocke", 21.02.2017


Hannah Altenau von der „Zeitschenker-AG“ der Gesamtschule lässt sich bei ihrem Besuch im Alten-wohnheim St. Aegidius von Bewohner Johannes Hammelbeck erklären, wie die alte Haushaltswaage funktioniert.

   Rheda-Wiedenbrück (gl). Seit Beginn des Schuljahrs ist die „Zeitschenker-AG“ der Gesamtschule mit viel Engagement in Wiedenbrück aktiv. Schüler des achten Jahrgangs besuchen regelmäßig montags den Burg-Kindergarten, die Brüder-Grimm-Grundschule und das Altenwohnheim St. Aegidius, um vor Ort etwas von ihrer Freizeit für vielfältige Unternehmungen zur Verfügung zu stellen.

   Im Burg-Kindergarten lesen die „Zeitschenker“ den Jüngsten vor oder sind beim Basteln behilflich. Die Jugendlichen erhalten auf diese Weise zugleich erste Einblicke in das Berufsfeld der Pädagogik und erweitern ihre Erfahrungen im Rahmen der Berufsorientierung. Auch nebenan in der Brüder-Grimm-Grundschule sind die Gesamtschüler willkommen. Dort engagieren sie sich bei der Hausaufgaben-betreuung und beim begleiteten Spielen.

   Der Kontakt zum Altenwohnheim St. Aegidius besteht bereits seit zwei Jahren. Begleitet von Mitarbeiterin Gudrun Bauer ist der Besuch der Gesamtschüler dort längst ein fester Bestandteil der sozialen Angebote geworden. Neben Spiele- und Bastelnachmittagen stehen vor allem Gespräche im Vordergrund. Erstaunt sind die Jugendlichen dann, wenn sie erfahren, dass die Bewohner zu ihrer eigenen Schulzeit in den Herbstferien Kartoffeln sammeln mussten oder zum Weihnachtsfest manchmal nur einen polierten, roten Apfel geschenkt bekamen.

   Aber auch für die älteren Menschen ist es spannend, etwas über die Freizeitgestaltung der Heranwachsenden heutzutage zu erfahren. Besonders interessant war es für sie beispielsweise, dass die Schüler auf der Suche nach raffinierten Kochrezepten häufig im Internet fündig werden. Davon durften sich die Bewohner schließlich auch selbst überzeugen. So fand ein gemeinsam zubereiteter Früchtepunsch großen Anklang und schmeckte allen.

   Begleitet wird die „Zeitschenker-AG“ von den Lehrerinnen Petra Roters und Nicole Wasner. „Das gute Gefühl, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen und sich in der direkten Umgebung aktiv einzusetzen, ist etwas, das wir den Schülern mit auf den Weg geben wollen“, erklärt Roters. Besonders positiv nehmen die Lehrkräfte auch die sozialen Beziehungen wahr, die sich aus den Aktivitäten in allen drei Institutionen entwickeln. So freuen sich die Jugendlichen immer besonders auf „ihre“ Kinder und Bewohner und lernen viel im Bereich der Empathie, Rücksichtnahme und Geduld. Eine runde Sache für alle Beteiligten, die an der Gesamtschule noch lange fortgeführt werden soll.