Internationale Klasse

Intensiv Sprachlernprogramm Deutsch für Schülerinnen und Schüler ohne Deutschkenntnisse oder mit nur sehr geringen Deutschkenntnissen

Mit dem Schuljahr 2014/2015 hat die Gesamtschule Rheda-Wiedenbrück zwei Internationale Klassen mit Schülerinnen und Schüler eingerichtet, die nur über geringe oder gar keine Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Die Schule nimmt zunächst nur Schülerinnen und Schüler, die altersgemäß in den 5. und 6. bzw. 7. Jahrgang gehören auf.

Die Internationalen Klassen werden aufbauend geführt, d.h. mit zunehmendem Aufbau der Schule sind auch die Aufnahme und die Sprachförderung von älteren Schülerinnen und Schülern möglich.

Für diese Schülergruppe erfolgt der Spracherwerb zweigleisig:

a. Durch ein Sprachbad (Immersion) in ihrer Heimatklasse.
b. Durch intensiven Deutschunterricht in der Internationalen Klasse.

A: Die Schülerinnen und Schüler sind auf die Regelklassen verteilt und nehmen am regulären Unterricht in allen Fächern teil, die nicht ausschließlich über Sprache vermittelt werden. Dieses sind z.B. Sport, Kunst, Musik, Hauswirtschaft, Technik, möglichweise Naturwissenschaften, möglicherweise je nach Vorbildung sogar am Fremdsprachenunterricht. Die Schülerinnen und Schüler sind an allen Klassenaktivtäten beteiligt, sie verbringen die Pausen mit ihren Mitschülern. Dieses Sprachbad trägt über ganz normale Alltagsaktivitäten in unterschiedlichen Bezügen zum schnellen Spracherwerb der deutschen Sprache bei. Im Unterricht folgen die Schülerinnen und Schüler dem Beispiel ihrer Mitschüler, verständigen sich über Zeichensprache (Gestik/Mimik) und einfache sprachliche Äußerungen.
B: Parallel erhalten die Schülerinnen und Schüler in der Internationalen Klasse intensiven Unterricht der deutschen Sprache auf unterschiedlichen Niveaus. Je nach Herkunftsland und Herkunftssprache und je nach Kenntnissen der deutschen Sprache muss ggf. zunächst einmal die lateinische Schrift erlernt werden, bevor Lesen, Schreiben und der Erwerb von Wortschatz und Strukturen erfolgen kann. Eine intensive Beratung und ein Einstiegstest geben Aufschluss über den individuellen Kenntnisstand.

Gearbeitet wird mit individuellem Material in Einzelarbeit in Begleitung einer Lehrkraft, die über eine Zusatzausbildung für Deutsch als Zweitsprache oder Deutsch als Fremdsprache verfügt.

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren Phasen der Erarbeitung und Festigung mit Unterstützung der Lehrkraft und überprüfen ihr erlerntes Wissen in regelmäßigen Tests, die Aufschluss über den Fortschritt des Spracherwerbs geben. Auf der Grundlage der Testergebnisse werden die nächsten Arbeitsschritte individuell geplant und in einem individuellen Förderplan festgelegt. Gleichzeitig wird einmal pro Quartal gemeinsam mit den Lehrkräften der Internationalen Klasse, den Klassenleitungen und den Lehrkräften der Fächer Deutsch und Gesellschaftslehre sowie ggf. weiterer Fachlehrer überprüft, welchen Fachunterricht der einzelne Schüler ggf. schon mit der Regelklasse gemeinsam absolvieren kann. Mit zunehmendem Spracherwerb nimmt der Schüler mit immer mehr Stunden am Fachunterricht, am Wahlangebot seiner Klasse und an individuellen Angeboten teil.

Der Unterricht zum Spracherwerb erfolgt parallel zum Fachunterricht der Regelklasse, zunächst in sprachintensiven Fächern wie Deutsch, GL, Stunden Individuellen Lernens, SOL, ggf. dem Profil und anderen Fächern - je nach individuellem Sprachstand.

Ziel des Programms ist es, alle Schülerinnen und Schülern so intensiv wie möglich bei ihrem Spracherwerb zu unterstützen, so dass sie möglichst schnell erfolgreich am Fachunterricht in ihrer Regelklasse teilnehmen können. Auch diese Schülerinnen und Schüler sollen zu einem erfolgreichen Bildungsabschluss geführt werden, auch für sie soll der individuell beste qualifizierende Abschluss erreichbar sein. Das bedeutet, dass auch sie sobald wie erfolgversprechend möglich an allen Angeboten der Schule teilhaben sollen. Grundsätzlich stehen alle Bildungsabschlüsse, die die Gesamtschule vergibt, offen.

Für alle Schülerinnen und Schüler, die ab Klasse 5 die Internationale Klasse besuchen, sollte der Spracherwerb spätestens mit Ende der Klasse 8 so gesichert abgeschlossen sein, dass sie mindestens einen ersten qualifizierenden Abschluss erreichen und alle Maßnahmen der Berufsorientierung durchlaufen können. Ziel ist es, mindestens einen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung zu schaffen.